Bäume und Sträucher

Bäume und Sträucher


Bäume und Sträucher bieten der Insektenwelt eine wichtige und stabile Pollenversorgung. In ausgeräumten Landschaften, die oft eine karge Landschaftsgestaltung aufweisen, finden Bienen oft keine ausreichenden Nahrungsquellen. Eine sorgfältige Auswahl von Bäumen und Sträuchern kann jedoch zu einem reichhaltigen Nahrungsangebot beitragen. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, ob er auf insektenfreundliche Pflanzen in seinem Garten zurückgreift oder nicht. Wenn du deinen Garten zu einem üppigeren Insektenbuffet machen möchtest, findest du in dieser Rubrik Anregungen und Vorschläge für die richtige Pflanzenauswahl, insbesondere von Bäumen und Sträuchern. So trägst du dazu bei, einen insektenfreundlicheren Lebensraum zu schaffen.




WINTER

Die Haselnuss

Corylus avellana

Blütezeit: Von Januar bis April


Die Haselnuss (Corylus avellana) kommt gut ohne die Biene aus. Aber der Honigbiene kommt die Blüte der Haselnuss im Frühjahr gerade zur rechten Zeit.

Die Haselnuss wird vom Wind bestäubt. Die Haselnuss ist der Prototyp für eine Pflanze mit Windbestäubung. Die männlichen und weiblichen Blüten sind auf einem Strauch, aber getrennt von einander und nicht in einem Blütenstand. Die Haselnuss hat die typischen Kätzchenblüten. Es sind große Blütenstände die viele männliche Blüten im mehren Etage vereinen. Die Haselnuss produziert im Frühjahr sehr viel Pollen, wie alle Allergiker aus leidvoller Erfahrung wissen.

Die weiblichen Blüten sind einzeln und recht unscheinbar. Kronblätter fehlen. Aus den Knospen ragen nur die Narben hervor.

Für die Honigbiene ist die Haselnuss im Frühjahr eine der ersten großen Quellen für Pollen. Dies ist die ursprüngliche Form der Beziehung zwischen Biene und Pflanze. Nur der Pollen lockt die Biene an. Die Pflanze zeigt keine besonders attraktiven Merkmale wie Nektarien oder auffällige Blütenblätter. Sie macht keine Werbung.

Der Eisenholzbaum

Parrotia persica

Blütezeit: Von Januar bis März


 Parrotia persica ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner, langsamwüchsiger Baum, der Wuchshöhen von bis über 12 Meter erreichen kann. Der Stammdurchmesser erreicht über 30 Zentimeter. Der Eisenholzbaum stammt, wie der botanische Name schon sagt, aus Persien. Er kommt aber nur in Nordpersien und dem Kaspischen Meer und Teilen des Kaukasus vor. Er lebt dort in artenreichen Mischwäldern mit abwechslungsweise sehr stark nassen und danach trockenen Böden.
Er gehört zur Familie der Zaubernüsse und kommt somit mit den selben Standortbedingungen wie die bekannte Zaubernuss zurecht.

   Wichtig ist auch, dass man den kleinen Baum, so wie die Zaubernuss, in den ersten Standjahren mit einem Vlies abdeckt.


Weil das Holz des Baumes zu wenig Sauerstoff enthält um an der Wasseroberfläche zu treiben geht es unter als wäre es aus Eisen. Daher kommt auch der deutsche Name für den Eisenholzbaum.

               

Parrotia persica zählt, aufgrund seiner auffälligen Herbstfärbung,

zu den schönsten Herbstgehölzen weltweit!



Die Zaubernuss

Hamamelis

Blütezeit: Von Januar bis März


Die Zaubernuss ist ein sommergrüner, (laubabwerfender), Strauch. Die Blätter gleichen dem Haselnussblatt, weshalb er in England als Witch Hazel (Hexenhasel) bekannt ist. Der Wuchs ist aufrecht, ausladend und eher offen, (vasenförmig). Er kann 2.5 – 4 m erreichen. Diese Höhe wird aber wegen des langsamen Wachstums erst in vielen Jahren erreicht. Die spinnenähnlichen, duftenden Blüten erscheinen, je nach Witterung und Standort, bereits im Januar an den kahlen Zweigen. Es gibt Sorten in den Farben gelb, orange bis rot. Bei starkem Frost rollen sich die Blütenblätter einzeln ein und können dadurch auch tiefe Temperaturen unbeschadet überstehen.

Die frühen Blüten sind für Bienen und Hummeln eine wichtige Nahrung, weswegen die Zaubernuss auch gerne als Bienenweide in naturnahen Gärten gepflanzt wird.


FRÜHLING

Kornelkirsche

Cornus mas

Blütezeit: Von März bis April


Die eigentlichen Blüten der Kornelkirsche - übrigens ein Hartriegel, um botanisch korrekt zu bleiben - sind nur einige Millimeter groß. Sie stehen in kugeligen Dolden zusammen und verströmen einen leichten, süßlichen Duft. Die ersten Blüten öffnen sich gelegentlich schon Ende Februar, die Hauptblütezeit sind März und April vor dem Laubaustrieb.

Die Kornelkirsche fühlt sich in der Sonne und im Halbschatten wohl und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. Sie kommt im trockenwarmen Stadtklima gut zurecht und erträgt auch längere Hitze- und Trockenperioden. Sie ist nur in Teilen Deutschlands heimisch, aber vielerorts verwildert und eingebürgert.

Der bis zu 7 m hohe Strauch ist übrigens nicht nur für Wildbienen und andere Insekten von Bedeutung: Die kirschenähnlichen, glänzend roten Steinfrüchte sind ein ausgezeichnetes Wildobst und werden auch von Vögeln gern gefressen.


Der Judasbaum

Cercis siliquastrum

Blütezeit: Von April bis Mai


Der Judasbaum blüht von April bis Mai frühestens am einjährigen Holz. Selbst der Stamm bildet eine reiche Anzahl dieser herrlichen Schmetterlingsblüten. An den neuen Trieben blüht Cercis siliquastrum nicht. Somit ergibt sich die Erscheinung, als dass sich der gesamte Baum in einen purpurfarbenen Mantel einhüllt. Er ist ein echter Hingucker und Geheimtipp für jeden der exotischere Blütensträucher bevorzugt.

In den ersten zwei bis drei Standjahren sollte die Jungfpflanze auf jeden Fall auch noch über den Winter geschützt werden. Hier sollte die Pflanze dick mit Vlies eingewickelt werden. Gut gelingt der Judasbaum nur unterhalb von 400 Höhenmetern. Höhere Lagen mag er nicht und neigt dann zum Kümmerwuchs oder zu einem starken zurückfrieren. Er ist im gesamten Mittelmeerraum beheimatet.

Doch nicht nur im gesamten Mittelmeerraum, sondern auch in ganz Forderasien kommt dieser Baum am Waldrand und in lichten Wäldern vor. Er ist dort besonders bei den ansässigen Imkern beliebt, da die üppige Blütenpracht eine große Menge an Nektar und Pollen enthält.  Seine Berühmtheit erlangte dieser kleine Baum auf Grund der Sage über den Jünger Judas Ischariot, welcher, laut der Bibel, Jesus verraten hat. Judas erhängte sich danach an einem Baum, welches ein solcher Cercis siliquastrum gewesen sein soll. Direkt nach dem Verrat setzte auch die natürliche und üppige purpurfarbene Blüte ein. Beobachter meinten, dass der Baum aus lauter Scham rot werden würde. Danach bildete er die Blätter, welche nierenförmig, und fast rund sind. Diese ähneln den damaligen Silbermünzen und sollen so das Bestechungsgeld wiederspielgeln, mit denen Judas schwach wurde.